Dr. Azubi

Schwangerschaft

Ich weiß nicht wie ich anfangen soll.
Ich habe zum 4.2.2010 erfahren dass ich schwanger bin. Dann habe ich am 15.2 Urlaub genommen (eine Woche), ende der Woche musste ich ins Krankenhaus. Ich habe meinem Vorgesetzten dann an dem Sonntag abend mitgeteilt dass ich schwanger bin, im Krankenhaus, und dass ich nicht weiss wie lang ich drinnen bleibe. Seitdem bin ich bis heute immernoch krankgeschrieben. Ich habe in der Zeit schon eine Abmahnung bekommen, da ich meinen Krankenschrein einen Tag zu spät abgegeben habe.Auf die Abmahnung hin, habe ich meinem Chef dann per Email alles über die Schwangerschaft und den ET mitgeteilt.

Da wir allerdings nur 3 Leute (inklusive mir) im Büro sind und ich 30 % des Unternehmens mit meiner Arbeit abdecke, sind jetzt alle natürlich leicht pissig darüber dass ich ausfalle und schwanger bin.

Ich habe denen angeboten wenn es mir wieder besser geht und bis zur Geburt weiter zuarbeiten. Da bei uns im Sommer aber die Hölle los ist ( wir sind im Tournee und Festivalservice tätig) möchten die mich nicht arbeiten sehen, da es derer Meinung nach zu viel stress für mich ist.

Mein Chef hat mir gestern angeboten meine Ausbildung abzubrechen und nach dem geplanten Elternjahr nochmal neu bei denen anzufangen. Wenn ich aber einen Aufhebungsvertrag unterschreibe bekomm ich stress mit dem JobCenter und der Arge und muss dann nochmal von vorn anfangen ( ich will aber unbedingt in meiner Schulklasse bleiben. Ich will allerdings auf keinen Fall stress in meinem Betrieb.

Daher meine Frage: Ist es möglich mich jetzt irgendwie freistellen zu lassen (bis zur geburt) so dass mein chef mich nicht bezahlen muss , ich aber weiter zur berufschule gehen kann?

Um dann im Elternjahr nur zur Berufschule zu gehen, ( auch ohne bezahlung von meiner Firma aus) damit ich dann nach dem Elternjahr mein drittes Ausbildungsjahr wieder in der Firma und weiter in der Schule fortsetzen kann?

Klingt alles sehr kompliziert, ich kenne auch meine Rechte bezüglich des Kündigungsschutzes aber ich möchte meine Ausbildung sehr gern in diesem Betrieb fertig machen ohne klagen zu müssen und mir feinde zu machen.

Danke schonmal im Vorraus.

VG Rieke


Re: Schwangerschaft

Hallo Rieke,

Du solltest auf keinen Fall einen Aufhebungsvertag o.ä. unterschreiben, denn dann bekommst Du wie Du schon geschrieben hast, erstmal 3 Monate lang keine finanzielle Unterstützung.

Du musst jetzt natürlich besondere Rücksicht auf dein Baby nehmen - und das muss auch dein Arbeitgeber. Er darf dir keine schweren körperlichen Arbeiten mehr zuweisen oder dich andere gesundheitsgefährdende Tätigkeiten machen lassen. Ist deine Schwangerschaft gefährdet, wird deine Ärztin oder dein Arzt ein Beschäftigungsverbot aussprechen. Trotz des Beschäftigungsverbotes hast du weiterhin Anspruch auf deine Ausbildungsvergütung. Während der Schwangerschaft darfst du nicht länger als neun Stunden pro Tag arbeiten. Sechs Wochen vor dem errechneten und acht Wochen nach dem tatsächlichen Entbindungstermin darfst du nicht arbeiten, bekommst aber unter bestimmten Voraussetzungen Mutterschaftsgeld von deiner Krankenkasse. Während deiner Schwangerschaft darf dir grundsätzlich nicht gekündigt werden. Unwirksam ist eine Kündigung auch dann, wenn du innerhalb von zwei Wochen nach der Kündigung deinem Arbeitgeber die Schwangerschaft mitteilst. Wenn du in der Ausbildung schwanger wirst, wird dein Ausbildungsverhältnis nicht automatisch verlängert. Du kannst aber nach dem Berufsbildungsgesetz die Verlängerung beantragen. Das ist auf jeden Fall sinnvoll, wenn du sonst das Ausbildungsziel nicht erreichen würdest.

Aber die Schwangerschaft ist ja keine Krankheit und wenn es Dir bald wieder besser geht, kannst Du erstmal ohne weiteres weiterarbeiten. Wenn es im Sommer sehr stressig wird und Deine Ärztin ein Beschäftigungsverbot ausstellt, läuft es wie oben beschrieben. Du solltest Dir jetzt auch nicht so viele Gedanken um Deinen Betrieb machen. Das wichtigste ist die Gesundheit Deines Kindes und die Ausbildung.

Übrigens gibt es einige Unterstützungsmöglichkeiten für Schwangere und junge Mütter. Du solltest Dich am besten mal von einer Sozialberatungsstelle vor Ort (z.B. Diakonie oder Caritas) beraten lassen.

Liebe Grüße,
Dr. Azubi

P.S. bitte empfehle unseren Service weiter!

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