wir befinden uns mitten in einem "heißen Herbst". Ob es um die Gesundheitsreform, die Hartz-IV-Reform oder eine Verschiebung der BAföG-Erhöhung geht, Studierende sind von all dem betroffen. Mit den anstehenden Veränderungen werden wir uns natürlich auch in unserem Newsletter beschäftigen. Diesmal legen wir den Fokus auf die aufgeschobene BAföG-Erhöhung und die Gesundheitsreform. Im nächsten Newsletter werden wir über Hartz-IV berichten.
Wir wünschen euch einen guten Start ins Wintersemester!
Es grüßen euch
Sabrina Klaus-Schelletter, Andreas Schackert, Christian Busch, Janis Klusmann, Kolja Fuchslocher
Hochschulpolitik
Infos für das Campus Office
Neues vom saw-Team
Impressum
BAföG-Erhöhung fällt vorerst aus!
Nachdem die Bundesregierung im Frühjahr eine Anhebung der BAföG-Förderung auf bis zu 670 Euro monatlich beschlossen hatte, hatten viele Studierende gehofft, im neuen Semester davon zu profitieren - Leider Vergebens! Denn der Bundesrat - die Länder tragen einen Teil der BAföG-Kosten - machte einen Strich durch diese Rechnung.
DGB und Gewerkschaften fordern den Bund und die Länder auf, ihre Streitigkeiten nicht auf dem Rücken der Studierenden auszutragen. Vor allem den Kindern aus finanziel schwachen Familien, die auf jeden Cent BAföG angewiesen sind, wird dadurch das Studieren noch mehr erschwert.
Weitere Informationen von "students at work" zum BAföG und der aktuellen Situation befinden sich hier, hier und hier. Die PM des DGB ist hier.
Studieren ohne Abitur
Die Forderung nach einer Öffnung der Hochschule beinhaltet auch die Möglichkeit, mit einem Quereinstieg ohne Abitur an den Hochschulen studieren können. Dies ist bereits heute möglich, auch wenn das ein oder andere Hindernis dabei umschifft werden muss. Insbesondere manche Hochschulen erschweren es den Quereinsteiger/innen. Eine gute Vorbereitung kann den Übergang in ein Hochschulstudium erleichtern.
Die Kultusminister der Bundesländer haben sich im Dezember 2008 verständigt, dass mit einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung und einer dreijährigen Berufspraxis in einem dem Studienwunsch nahestehenden Bereich ein fachbezogenes Studium begonnen werden kann. Mit dem Abschluss einer Aufstiegsweiterbildung nach dem Berufsbildungsgesetz bzw. der Handwerksordnung, also einen Fachwirte- oder Meisterabschluss, kann jedes Studium aufgenommen werden.
Die IG Metall hat hier Informationen zu den einzelnen Länderregelungen, eine Übersicht bewährter Anbieter von Vorbereitungsmaßnahmen, Informationen zu Stipendien und Förderung sowie interessante Links zusammengetragen. Weitere Informationen zum Quereinstieg befinden sich auch hier.
Templiner Manifest
Auf der GEW-Wissenschaftskonferenz 2010 "Traumjob Wissenschaft? Karrierewege in Hochschule und Forschung" vom 01. bis 04. September wurde das sogenannte Templiner Manifest entworfen, in dem zahlreiche Verbesserungen eingefordert werden.
Hochschulen und Forschungseinrichtungen sind mit wachsenden Anforderungen konfrontiert, die oftmals zu Lasten der Beschäftigten gehen. Diesen Anforderungen müssen sich die Beschäftigten in der Wissenschaft stellen, ohne dass sie aufgabengerechte Bedingungen vorfinden. Befristete Arbeitsverträge und weitere Formen atypischer und prekärer Beschäftigung betreffen immer mehr Wissenschaftler/innen. Vielen Wissenschaftler/innen werden selbstständige Forschung und Lehre und verlässliche berufliche Perspektiven verwehrt. Deswegen wird eine Reform der Personalstruktur und Berufswege in Hochschule und Forschung gefordert.
Das Templiner Manifest befindet sich hier und kann hier unterzeichnet werden.
Reform der gesetzlichen Krankenversicherung trifft auch Studierende
Werden die Pläne der Bundesregierung umgesetzt - und momentan muss damit gerechnet werden - müssen alle Versicherten in den gesetzlichen Krankenkassen mit einem Anstieg der Versicherungsbeiträge rechnen. Einmal sollen die Beiträge insgesamt leicht angehoben werden. Reichen diese Einnahmen den Krankenversicherungen nicht mehr, werden künftig nur noch die Versicherten belastet. Das heißt: Die Versicherten sollen künftig alle Kostensteigerungen allein bezahlen – und dies mit "pauschalen Zusatzbeiträgen". Wie hoch dieser ausfallen wird, hängt von der finanziellen Lage der Krankenkasse ab: Günstigenfalls sind es nur ein paar Euro. Finanzschwächere Krankenkassen sind gegebenenfalls gezwungen, Zusatzbeiträge von bis zu 16,- Euro monatlich einzufordern. Diese Zusatzbeiträge gibt es bereits jetzt, sind allerdings auf 8,- Euro beschränkt. Der neuste Vorschlag aus dem Gesundheitsministerium lautet, dass die Patient/innen zur Vorkasse gebeten werden sollen. Damit liegen die radikalsten Reformpläne zu Lasten der Versicherten auf dem Tisch, die es jemals in der BRD gegeben hat.
Diese Pläne treffen auch Studierende: Unter anderem müssen sie schlimmstenfalls mit Kostensteigerungen von über 25 % für ihre studentische Pflichtversicherung rechnen.
Um diese Reformpläne zu Lasten der Versicherten zu verhindern, haben der DGB und seine Mitgliedsgewerkschaften eine Reform-Kommission "Für ein solidarisches Gesundheitssystem der Zukunft" ins Leben gerufen. Die Reform-Kommission wird mit wissenschaftlicher Unterstützung noch im Herbst ein Gesamtkonzept für ein nachhaltiges Gesundheitssystem vorlegen. Gleichzeitig wurde die Kampagne "Stoppauschale - Bündnis für ein gerechtes Gesundheitswesen" gestartet und das Aktionsbündnis "Köpfe gegen Kopfpauschale" gegründet. In ihm sind neben dem DGB und Gewerkschaften, Wohlfahrts- und Sozialverbänden, Frauen- und Jugendverbänden, Migrantenverbänden sowie Ärzte-Organisationen, gesundheitlichen Interessenvertretungen und Online-Kampagnendiensten vertreten. Eine Online-Petition wird folgen. Weitere Informationen und Materialien dazu befinden sich hier und hier.
Studiengänge im Praxisverbund - IG-Metall lehnt die neuen sozialversicherungsrechtlichen Regelungen ab!
Wie im letzten Newsletter berichtet, haben sich die Spitzenverbände der Krankenkasse darauf geeinigt, wie ab 01. Oktober 2010 duale Studiengänge sozialversicherungsrechtlich zu beurteilen sind und ein entsprechendes Rundschreiben herausgegeben. Dabei gibt es einige Punkte, die kritisch zu beleuchten sind, da unter anderem für viele dieser Studierenden Arbeitnehmer/innenschutzrechte auf dem Spiel stehen.
Dem Rundschreiben zufolge sind die dualen Studiengänge hinsichtlich ihrer Beitragspflicht unterschiedlich zu beurteilen. Während sogenannte ausbildungsintegrierte Studiengänge beitragspflichtig bleiben sollen, sollen zum 01.10.2010 die Studierenden sogenannter praxisintegrierter Studiengänge beitragsfrei gestellt werden. Das könnte arbeitsrechtliche Folgen für die Betroffenen haben. Unter anderem deshalb setzt sich die IG Metall dafür ein, dass die Beitragspflicht in der Sozialversicherung für praxisintegrierte duale Studiengänge erhalten bleibt.
Weitere Informationen dazu findet ihr hier und hier. Das Rundschreiben der Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger liegt hier.
Wohngeld für Studierende
Unter bestimmten Bedingungen können Studierende Leistungen nach dem Wohngeldgesetz beziehen. Unter welchen Bedingungen dies im Wesentlichen möglich ist, hat nun Studis-Online kurz und übersichtlich zusammengefasst. Diese Zusammenfassung befindet sich hier.
Veranstaltungstip: Verleihung der "Goldenen Raffzähne" 2010 in Berlin
Am 5. Oktober um 20.15 Uhr veranstaltet fairwork e.V. im Kaffee Burger, Torstr. 60, Berlin-Mitte, eine Lesung mit Markus Henrik, dem Autor von „Copy Man – Ein Praktikantenroman“.
Im Anschluss werden die "Goldenen Raffzähne 2010" an den miesesten Praktikanten-Ausbeuter des Jahres verliehen. Das Publikum kann mitbestimmen, wer dieses Jahr ausgezeichnet wird und auch noch Preise gewinnen.
Es wird viel geboten an diesem Abend! Wer eine trockene Lesung erwartet, ist hier falsch. Markus Henrik untermalt seine Lesung über die Rache der Praktikanten Anton, Thorsten und Sophia mit Live-Musik und Video-Einspielungen, sodass man schon fast von einer Performance sprechen kann.
Danach präsentiert fairwork die fünf dreistesten Praktikumsausschreibungen der letzten zwölf Monate. Das Publikum darf daraus den schlimmsten Ausbeuter wählen, der dann feierlich die „Goldenen Raffzähne 2010“ verliehen bekommt. Doch damit nicht genug der Preise: Unter allen Gästen werden Exemplare von Copy Man verlost, sowie DVDs des Kinofilms „Résiste – Aufstand der Praktikanten“.
Wer selbst Probleme im Praktikum hat, kommt ebenfalls auf seine Kosten: fairwork steht jedem mit Rat und Tat zur Seite, gibt Tipps und klärt über die Rechte von Praktikanten auf.
Infos: DGB-Jugend, Jessica Heyser, Tel.: 030/240 60 171, E-Mail: jessica.heyser@dgb.de
Kontakt: fairwork e.V., Zehdenicker Straße 12, 10119 Berlin, E-Mail: info@fairwork-ev.de, Tel.: 030/805 73 350
Broschüre "Ausgelernt und nun Studieren" überarbeitet und neu aufgelegt
Gerade für Ausgelernte kann ein Studium eine sinnvolle Möglichkeit sein, sich beruflich weiter zu qualifizieren. Eine Broschüre der DGB-Jugend bietet bei der Entscheidung für ein Studium Hilfe und Orientierung. Die saw-Broschüre "Ausgelernt und nun Studieren" wurde überarbeitet und neu aufgelegt. Sie kann hier als PDF gesichtet und hier für 6 Cent pro Stück bestellt werden.
Termine
28.10.2010, Dresden: Konferenz zu aktuellen Entwicklungen am Arbeitsmarkt „Hoch flexibel, dereguliert und unorganisiert“ – Prekäre Beschäftigung und Gewerkschaften (Bundeszentrale für politische Bildung, Arbeit und Leben Sachsen e.V., DGB Sachsen, DGB-Jugend Sachsen, Friedrich-Ebert-Stiftung Dresden)
28.-29.10.2010, Berlin: Betriebs- und Personalräteschulung "Einsatz und Eingruppierung von Absolventinnen und Absolventen der neuen Bachelor- und Masterstudiengänge in Wirtschaft und Verwaltung" (Gewerkschaftliches Gutachternetzwerk, Hans Böckler Stiftung, IG Metall, ver.di und IG BCE)
04.-05.11.2010, Bochum: Tagung "Leitbild trifft auf Praxis" - Das Leitbild der Demokratischen und Sozialen Hochschule in der Diskussion (Hans-Böckler-Stiftung und Gemeinsame Arbeitstelle Ruhr-Universität Bochum / IG Metall)
05.-07.11.2010, Hattingen: "students at work - Netzwerktreffen" (DGB-Jugend)
26.-28.11.2010, Hattingen: "students at work - Arbeits- und sozialrechtliche Anfangsberatung für Studierende - Aufbauseminar für Praxiserprobte" (DGB-Jugend)
29.11.-01.12.2010, Saalfeld: "Hochschulstrukturreform und Auswirkungen auf die Arbeit der Interessensvertretung - Managment contra Mitbestimmung" (ver.di)
www und Newsletterempfehlung
Heute: mediafon.de
Hinter der www-Adresse mediafon.de verbirgt sich ein gewerkschaftlicher online-Ratgeber für Selbstständige. Diesen möchten wir euch heute empfehlen. Aus den Beratungen im saw-Netzwerk wissen wir, dass es viele Ratsuchende gibt, die zur Finanzierung ihres Studiums auch selbstständig arbeiten müssen. Manchmal sind sich diese Ratsuchenden aber gar nicht darüber bewusst, dass sie selbstständig arbeiten. Und auch viele andere, die selbstständig arbeiten, kennen ihre Rechte und Pflichten nicht. Dabei erfordern selbstständige Beschäftigungsformen insbesondere im Hinblick auf die Sozialversicherung oder das Steuerrecht eine ganz besondere Aufmerksamkeit.
Informationen hierzu und zu vielen anderen Aspekten mehr sowie eine kostenlose Telefonberatung für ver.di-Mitglieder bietet mediafon. Insofern einfach mal reinschauen unter mediafon.de. Der mediafon-Newsletter kann hier abonniert werden.
Dies ist der Newsletter der DGB-Jugend im DGB Bundesvorstand zum Thema Studium. Er erscheint ca. 1-2-mal im Monat und informiert über aktuelle hochschul- und sozialpolitische Themen, Termine und Ereignisse sowie entsprechende Seminare und Workshops. Das Newsletter-Archiv befindet sich hier.
Um den Newsletter zu abonnieren oder das Abonnement zu kündigen, so ist das hier möglich. Die Redaktion ist unter studienjob@dgb.de zu erreichen. ViSdP ist René Rudolf, DGB-Jugend im DGB Bundesvorstand, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin.