Endlich ist es soweit: Der Praktikareport 2011 ist fertig und nun veröffentlicht!
Während die Anforderungen an die Studierenden und Berufseinsteiger/innen in den vergangenen Jahren immer höher geworden sind, sinkt die Bereitschaft vieler Arbeitgeber/innen für Hochschulabsolventen und Hochschulabsolventinnen faire Arbeitsbedingungen zu schaffen. Die Folge ist, dass sich der Berufseinstieg wie ein bunter Flickenteppich gestaltet: Prekäre und atypische Beschäftigungsformen werden immer mehr zur Regel. In diesem Kontext sind auch Praktika nach dem Hochschulabschluss zu betrachten.
Die DGB-Jugend hat 2007 mit einer Studie das Phänomen »Generation Praktikum« untersucht und nun – 2011 – eine Vergleichsstudie veröffentlicht. Die Studie gibt detaillierte und qualitative Einblicke über Praktikumsphasen nach Studienabschluss. Die wichtigsten Ergebnisse sind in einer Kurzfassung veröffentlicht.
Die DGB-Jugend lehnt Praktika von Absolventen und Absolventinnen grundsätzlich ab. Für sie sollen Unternehmen und Verwaltungen reguläre Arbeitsverhältnisse bzw. Trainee- und Berufseinstiegsprogramme anbieten, die – wenn keine tariflichen Regelungen greifen – mindestens mit 8,50 Euro pro Stunde vergütet werden.
Die Kurzfassung der Studie befindet sich hier. Die aktuelle PM ist hier und die Statements vom DGB-Bundesjugendsekretär René Rudolf und von der stellvertretenden DGB-Vorsitzenden Ingrid Sehrbrock sind hier zu finden.
Wie kommt es dazu, dass ein nennenswerter Anteil der jährlich über 200.000 Hochschulabsolventinnen und -absolventen ein Praktikum antritt, anstatt sofort nach Studienabschluss in ein reguläres Beschäftigungsverhältnis oder eine weiterführende Qualifikationsphase einzutreten? Sind Praktika nach Studienabschluss faire Angebote zur beruflichen Orientierung oder zum Erwerb praxisrelevanter Kompetenzen, oder sind sie ein Zeichen von Ausbeutung, von Missbrauch und Ausdruck einer etwaigen Tendenz, reguläre durch prekäre Arbeitsverhältnisse zu ersetzen? Und wie schätzen Praktikantinnen und Praktikanten selber ihre Situation ein: Welchen Handlungsbedarf sehen sie hinsichtlich der Regulierung von Praktika, welche ganz persönlichen Erkenntnisse und Erfahrungen nehmen sie aus ihren Praktikumserlebnissen mit, und wie wirkt sich ein Praktikum auf den weiteren Übergang ins Berufsleben aus? Mit diesen Fragen und vielen mehr beschäftigt sich der Praktikareport 2011 der DGB Jugend. Dazu wurden über 600 Absolventinnen und Absolventen aus vier Hochschulen befragt
Die Debatte um die »Generation Praktikum« hat noch vor wenigen Jahren für einen Aufschrei in der Politik- und Medienlandschaft gesorgt. Bereits fertig ausgebildete junge Menschen, so hieß es, sollen einen guten Job bekommen und anständig bezahlt werden, aber kein Praktikum mehr machen! Doch dem Aufschrei sind keine politischen Taten gefolgt. Dies wird auch durch die vergleichende Analyse mit dem Praktikareport 2007 bestätigt. Unter dem Label Praktikum können Arbeitgeber/innen noch immer relativ leicht junge Menschen als billige Arbeitskräfte missbrauchen. Dementsprechend lesen sich auch die Ergebnisse:
Dementsprechend befürworten die Betroffenen mehrheitlich eine Vielzahl (tarif-)politischer Handlungsmöglichkeiten:
Dies sind nur einige wenige Erkenntnisse aus dem neuen Report! Das zeigt aber auch, wie wichtig es ist, dieses Thema weiter zu verfolgen, politische Handlung einzufordern und für Veränderungen zu kämpfen.
Die Kurzfassung des Reports kann hier gesichtet und bestellt werden. Die komplette Studie für vertiefende Hintergrundinformationen kann hier heruntergeladen werden. Die Studie von 2007 inkl. Hintergrundmaterialien ist hier zu finden.
Für Info-Veranstaltungen zur Praktika-Studie 2011 haben wir eine Power-Point-Präsentation vorbereitet. Diese kann hier gesichtet und heruntergeladen werden.
"Was sagst du?" lautet das zentrale Motto der Postkarten, die auf der Vorderseite jeweils ein zentrales Ergebnis der Studie vorstellen und auf der Rückseite zum Mitmachen einladen. Sie können beispielsweise auf dem Campus verteilt, in der Mensa ausgelegt oder im Campus Office den Ratsuchenden in die Hand gedrückt werden. Zu den Fragen
können sich die Betroffenen äußern und die Postkarte an die DGB-Jugend zurückschicken. Die DGB-Jugend wird die Postkarten dann auswerten.
Die Postkarten können hier und hier gesichtet sowie bestellt werden.
Um die Ergebnisse der Studie in einem breiteren Rahmen bekannt zu machen, wurde erstmals auf das Mittel einer Ausstellung zurückgegriffen. Auf fünf Tafeln (DIN A0 - Forexplatten) sind die wesentlichen Ergebnisse und Hintergrundinfos zusammengefasst. Die Ausstellung kann über den DGB-Bundesvorstand kostenlos ausgeliehen werden.
Weitere Infos zur Ausstellung findet ihr hier. Für Fragen steht euch Sabrina Klaus-Schelletter zur Verfügung.
Anlässlich der Veröffentlichung der DGB-Jugend-Studie „Generation Praktikum 2011“ möchten wir euch zum Diskussionsabend der DGB-Jugend zum Thema „Generation Praktikum“ einladen.
Einleitend wird Markus Henrik Auszüge aus seinem Roman „Copy Man“ vorlesen. Im Anschluss wollen wir in einer offenen Diskussionsrunde mit Fachpolitiker/innen, Vertreter/innen der „Generation Praktikum“, jungen Menschen aus Verbänden und Initiativen, Künstler/innen und Journalisten und Journalistinnen diskutieren. Vor dem Hintergrund der Studie soll es um die Sorgen und Nöte der „Generation Praktikum“ und um politische Handlungsmöglichkeiten gehen.
Eingeladen sind:
Für ein Begrüßungsgetränk und „mediterrane Häppchen“ ist gesorgt.
Beginn: 19.00 Uhr.
Ort: Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - Grüner Salon
Linienstraße 227
10178 Berlin
Dies ist der Newsletter der DGB-Jugend im DGB Bundesvorstand zum Thema Studium. Er erscheint ca. 1-2-mal im Monat und informiert über aktuelle hochschul- und sozialpolitische Themen, Termine und Ereignisse sowie entsprechende Seminare und Workshops. Das Newsletter-Archiv befindet sich hier.
Um den Newsletter zu abonnieren oder das Abonnement zu kündigen, so ist das hier möglich. Die Redaktion ist unter studienjob@dgb.de zu erreichen. ViSdP ist René Rudolf, DGB-Jugend im DGB Bundesvorstand, Henriette-Herz-Platz 2, 10178 Berlin.